Wissensdurst im Kindergartenalter
In der Regel sind Kindergartenkinder zwischen 3 und 6 Jahre alt. Manche Kindergärten nehmen auch schon Kinder im Alter von 2 Jahren auf. Mit 6 Jahren, manchmal früher, manchmal später, ist die Kindergartenzeit dann vorbei und die Kinder werden eingeschult. Oftmals bezeichnet man den Schulbeginn als den Beginn des “Ernst des Lebens”.
Doch der Ernst des Lebens beginnt doch mit der Geburt. Ständig ist das Baby dabei alles aufzunehmen, zu erkunden und zu begreifen. Außer wenn es schläft, ist es aufnahmebereit, lernfähig. Diese Lernfähigkeit prägt sich im Kleinkindalter so stark aus, dass Kinder am liebsten gleich alles lernen und begreifen wollen. Im Kindergartenalter lernen Kinder so leicht und schnell wie nie mehr im Leben. Daher sollte diese Zeit ausgenutzt werden.
Als erstes lernen die Kinder etwas, das man nicht abfragen oder testen kann, nämlich ihre soziale Kompetenz. Im Kindergarten werden Kinder oft das erste Mal mit einer Gruppe von gleichaltrigen konfrontiert, mit denen sie sich einen Tag, oder zumindest einen halben Tag auseinandersetzen müssen. Dazu gehört das spielen, das Beachten, das Akzeptieren, aber auch das Durchsetzen und Verteidigen.
Kinder werden durch das soziale Umfeld geformt und entwickeln Eigenständigkeit, Selbstsicherheit und Umgangsformen. Die Persönlichkeit des Kindes kommt hier zum Tragen, denn das Verhalten Zuhause ist nicht der Maßstab, entscheidend ist das Verhalten, wenn das Kind auf sich gestellt ist.
Weiterhin werden die Kinder natürlich im Kindergarten animiert, zu spielen, zu singen, zu basteln, zu bauen, an Rollenspielen teilzunehmen und vieles mehr. Kinder lernen schnell und gern. Wenn Kinder sich langweilen, dann sind sie einfach unterfordert. Kinder neigen dazu, sich ständig zu verbessern, sie wollen malen, wollen Bäume malen, wollen ausmalen, und wollen irgendwann nicht mehr über die Linien malen. Das ist ein natürlicher Vorgang, den man unterstützen muss.
Auch wenn der Kindergarten sehr viel der Forderung und Förderung der kindlichen Entwicklung abnimmt, sollte man als Verantwortlicher auch seinen eigenen Beitrag leisten. Wichtig ist, das Kind möchte ernst genommen werden. Seine Arbeiten im Kindergarten sind Bestandteil seiner täglichen Leistung und bedürfen Bewunderung und Diskussion. Die Beachtung der Leistung bewirken, dass das Kind unbewusst lernt, was es bedeutet, mit sich selbst zufrieden zu sein, aber auch einen eigenen Ehrgeiz zu entwickeln.
Die Kindergartenzeit ist mit Sicherheit eine sehr schöne, aber auch anstrengende Zeit, denn das Kind ist nicht nur einen oder einen halben Tag beschäftigt, die Ansprüche verändern sich, es möchte Geschichten hören, fragt Löcher in den Bauch. Das Interesse und Verstehen an täglichen Abläufen ist unersättlich. Das resultiert daraus, dass durch den Kontakt mit anderen Kindern und Familien Vergleiche angestellt werden. Doch genau dieser Wissensdurst, ist wichtig für die Entwicklung des Kindes. Das bedeutet, dass man die Fragen der Kinder ernst nehmen und nach bestem Gewissen beantworten sollte. Denn auch eine Ausweichantwort prägt sich für immer ein. Dafür haben Kinder ein hervorragendes Gedächtnis, einmal gelernt, für immer gelernt. Fragende Kinder sind hinterher immer schlauer, sollten sie eine gute Antwort bekommen.
Diesen Wissensdurst kann man sich natürlich zunutze machen, indem man das Kind beispielsweise zweisprachig erzieht, denn es wird niemals eine Sprache so schnell und leicht lernen. Man kann eigentlich alles was man für gut erachtet, dem Kind beibringen. Allerdings ist der Ehrgeiz der Kinder meistens gesünder als der der Eltern. Kinder sagen schon was sie machen wollen, und hier sollte man dann anknüpfen, um zu fordern und zu fördern.