Taschengeld
Ein regelmäßiges Taschengeld ist für Kinder sinnvoll, um ihnen nach und nach Selbständigkeit und Verantwortungsbewusstsein im Zusammenhang mit Geld und Einkäufen zu vermitteln. Darüber hinaus bietet es ihnen einen gewissen Freiraum, sich selbstverantwortlich kleine und gegebenenfalls größere Wünsche zu erfüllen. Sie lernen Prioritäten zu setzen, darüber hinaus auch einmal, auf etwas zu verzichten und Taschengeld anzusparen, um sich einen größeren Wunsch erfüllen zu können.
Die Empfehlungen über die Höhe des Taschengeldes und den Zeitpunkt der ersten Auszahlung sind nicht einheitlich. Inzwischen bieten jedoch die Jugendämter so genannte Taschengeldlisten an, die Empfehlungen aussprechen. Diese Empfehlungen sind teilweise auch orientiert am Kaufwert in einzelnen Regionen. Zum Beispiel benötigt ein Jugendlicher, der in einer teuren Großstadt lebt, etwas mehr Taschengeld, als einer, der in einer Kleinstadt mit wesentlich günstigeren Preisen lebt.
Wichtig ist, dass das Taschengeld ausschließlich nach Belieben des Kindes ausgegeben wird. Man sollte in jedem Fall erforderliche Dinge wie Schulsachen, Kleidung und so weiter aus dem Betrag heraus halten. Das Taschengeld dient allein den Bedürfnissen des Kindes, und nur auf diese Weise kann es im Verlauf seiner Entwicklung lernen, was ihm wichtig ist, auf was sich zu sparen lohnt und so weiter. Vereinbart werden sollten allerdings auch einige wenige Regeln. Dinge, die gefährlich sind (zum Beispiel Messer) oder ungesund (zum Beispiel Zigaretten, Alkohol) dürfen nicht vom Taschengeld gekauft werden. Darüber hinaus darf sich das Kind kaufen, was es möchte, auch wenn es Süßigkeiten oder schnell kaputt gehendes Spielzeug ist. Dem Kind wird so vermittelt, dass es ein Recht auf eigene Wünsche hat und man seinen Bedürfnissen Respekt entgegen bringt, selbst dann, wenn man sie nicht teilt oder nicht nachvollziehen kann.
Das erste Taschengeld sollte frühestens zum Ende des zweiten Lebensjahres und spätestens mit Eintritt in die Schule gegeben werden. Das Taschengeld kann entweder wöchentlich oder monatlich ausgezahlt werden, wobei empfohlen wird, in den ersten Jahren wöchentlich auszuzahlen, da die Frustration unter Umständen lange auf das nächste Geld warten zu müssen, zu groß sein kann.
Die Menge sollte nicht zu niedrig angesetzt sein, damit das Kind zumindest einen kleinen Spielraum hinsichtlich der Auswahl hat, aber auch nicht zu groß, damit es lernt, zwischen Wünschen zu entscheiden, Prioritäten zu setzen und auch einmal zu warten und ein wenig Geld anzusparen, damit ein teurerer Kauf möglich sein kann.
Gerade im Jugendlichenalter bestehen häufig Wünsche, die die Menge des Taschengeldes bei weitem übersteigen (z.B. technische Geräte, Markenkleidung usw.). Es ist sinnvoll, Jugendlichen zu empfehlen und zu erlauben, sich ihr Taschengeld durch kleine Tätigkeiten aufzubessern (z.B. durch Nachhilfe, Hunde ausführen, Zeitungen austragen etc.), damit sie lernen, dass sie auch etwas dafür tun müssen, wenn sie Wünsche haben, die teuer sind und dass nicht die Eltern dafür zuständig sind, für alle Wünsche aufzukommen.
Sehr wichtig ist es, das Taschengeld niemals als Sanktion einzusetzen, so zum Beispiel in Form von Taschengeldentzug als Strafe für ein Vergehen. Taschengeld ist kein Erziehungsmittel.
Das Taschengeld sollte zur Erfüllung der eigenen Wünsche verwand werden dürfen, nicht für die Beschaffung von Dingen für den täglichen Bedarf, wie Kleidung. Doch ältere Kinder bzw. Jugendliche haben ihr Interesse und ihre Wünsche in diesem Bereich. Sie sollten mit in die Entscheidung einbezogen werden, ob sie die Möglichkeit bekommen mit einem höheren Betrag an Taschengeld haushalten zu dürfen und dafür die Kleidung selbst zu besorgen. Vorsicht ist dabei allerdings geboten, das Kind allein, ohne Anleitung und Unterstützung, diese neue Aufgabe bewältigen zu lassen. Es kann überfordert sein und die Enttäuschung und Frustration wäre groß.
Das hemmt die Selbstständigkeit eher.
Schwierig ist hierbei den geeigneten Zeitpunkt zu ermitteln, wann die Eigenständigkeit so weit ausgereift ist, dass ein Erfolg zu erwarten ist. Dabei zu beachten ist, dass das Jugendalter bzw. die Pubertät immer früher einsetzt und somit auch der Wunsch nach Selbstverwirklichung und Eigenständigkeit. Aber schließlich muss es individuell entschieden werden.
Bei einem 18 Jährigen sollten es gerne mehr sein