Solariumwahn bei Jugendlichen
Immer mehr Jugendliche geben einen großen Teil des ihnen zur Verfügung stehenden Taschengeldes für einen Besuch im Solarium aus. Die Folgen für die empfindliche junge Haut sind entweder nicht bekannt oder sind den Jugendlichen schlicht egal.
Gründe für den Solariumwahn
Gängige Schönheitsideale propagieren, eine gut gebräunte Haut sei gesund. Besonders Kinder und junge Erwachsene lassen sich von den Bildern in Funk und Fernsehen stark beeinflussen. Dabei galt gebräunte Haut jahrhundertelang als Zeichen für ein `unedle´ Herkunft. Denn Adlige und Vermögende brauchten sich aufgrund ihres Standes nicht der brennenden Sonne aussetzen. Doch mit dem Wirtschaftswunder der 70er Jahre war es für breite Bevölkerungsschichten erstmals möglich, in das südliche Ausland zu reisen. Braune Haut wurde damit zu einem Statussymbol das zeigen sollte: Ich kann mir eine Flugreise leisten. Ganz anders beispielsweise in Asien, dort geben die Einwohner sehr viel Geld aus, um ihre Haut weißer erscheinen zu lassen.
Argumente gegen einen Besuch im Solarium
Deshalb plant der Gesetzgeber ab 2009, ein Mindestalter für die Benutzung dieser Einrichtungen von 18 Jahren festzuschreiben. Außerdem sollen die Grenzwerte für die Sonnenbänke und deren Strahlung angehoben werden.
Dennoch je häufiger Kinder und Jugendliche einen Sonnenbrand erlitten haben , umso höher auch das Risiko als Erwachsener an Hautkrebs zu erkranken. Eltern sollten deshalb aufpassen und ihren Kindern möglichst von Besuchen im Solarium abraten. Nicht nur die Verdoppelung der Hautkrebsfälle in den letzten zehn Jahren sind gute Argumente gegen die Bestrahlung, sondern auch vorzeitige Hautalterung und mögliche Überempfindlichkeiten der Haut gegen Licht können die Folge sein. Überhaupt sind für die normale mitteleuropäische Haut Experten zufolge nicht mehr als 50 Sonnenbäder im Jahr angeraten. Das gilt sowohl für die Sonne als auch für künstliches Licht. Zumal in den letzten Jahren wissenschaftliche Erkenntnisse an die Öffentlichkeit gelangten, die davon ausgehen, dass auch künstliches Licht schädlich ist. Entgegen früherer Überzeugungen ist nicht nur das UV-B Licht von zweifelhafter Wirkung auf die Haut, auch das UV-A Licht begünstigt die Entwicklung von Krebs. Das Hautkrebsrisiko wird demnach durch das UV-A Licht der Sonnenbänke erheblich erhöht. Das häufig vorgeschobene Vorbräunen vor dem Urlaub bietet nach Meinung von Experten keinen zusätzlichen Schutz vor Sonnenbränden.
Für welche Personen sollte künstliches Licht tabu sein?
Die Haut von Kindern und Jugendlichen ist wesentlich empfindlicher als die von Erwachsenen, deshalb sollten Personen unter 18 gar keine Solarien benutzen. Das gilt ebenso für Menschen mit besonders heller Haut, mit starker Pigmentierung oder mit einer familiären Veranlagung zu Hautkrebs. Werden Medikamente eingenommen können durch das künstliche Licht die verschiedenste Wechselwirkungen auftreten. Menschen mit transplantierten Organen vertragen das Licht der Solarien überhaupt nicht.
Schutz der Haut vor Sonne im Freien
Um Hautschädigungen zu vermeiden, sollten Kinder niemals ohne Sonnencreme in die Sonne gehen. Spezielle Kleidung schützt die empfindliche Kinderhaut zusätzlich vor der gefährlichen Strahlung.
Das Sonnen in Solarien sollte für Kinder ohnehin tabu sein.