Schwangerschaft – Die letzten Wochen vor der Geburt

Gegen Ende der Schwangerschaft fällt es vielen Frauen zunehmend schwer, den Bauch mit sich herumzutragen. Die wachsende Ungeduld ist verständlich – dennoch ist es wichtig, diese Zeit bewusst zu nutzen, um sich auf das Baby vorzubereiten.

Die meisten Frauen erleben in den letzten zwei bis drei Wochen sogenannte Vorwehen: die Gebärmutter zieht sich in unregelmäßigen Abständen leicht zusammen. Sie trainiert gewissermaßen für die Entbindung. Der Bauch senkt sich nun etwas ab: Der Kopf des Ungeborenen ist ins kleine Becken gerutscht und drückt auf den Muttermund. Manche Frauen werden jetzt besonders umtriebig, räumen die Wohnung um, renovieren die Zimmer, waschen die Babywäsche – alles soll gut vorbereitet sein, wenn das Baby kommt. Bei anderen Frauen geht die Konzentration nach innen, dem Kind entgegen. Deshalb ist diese Zeit besonders gut geeignet, bei angenehmer Musik zu entspannen oder zu meditieren. Manche können besser entspannen, wenn sie sich bewegen. Sie tanzen gern oder gehen spazieren oder schwimmen.

Für ein Paar, das zum ersten Mal Eltern wird, beginnt ein gänzlich neuer Lebensabschnitt. Viele spüren dies in den letzten Wochen besonders deutlich und schaffen noch einmal Raum für die Zweisamkeit. Entspannungsübungen, die beide im Geburtsvorbereitungskurs gelernt haben, sollten in den letzten Wochen regelmäßig durchgeführt werden. Das macht einerseits sicher für den Tag der Geburt und verbindet andererseits die Partner noch stärker miteinander.

Vor dem Schlafengehen kann der Mann seiner schwangeren Frau zum Beispiel durch eine Nacken-Hinterkopf-Massage zur Entspannung verhelfen. Dabei liegt seine Partnerin auf dem Rücken, er sitzt hinter ihr, legt beide Hände mit den Innenflächen unter ihren Nacken und streicht nun mehrmals über den Hinterkopf nach oben. Eine Art Bauchtanz, bei dem die Frau zu sanfter Musik das Becken kreisen lässt, während der Mann seine Hände auf ihre Hüften legt und diese Bewegungen nachvollzieht, gleicht einem sanften Liebesspiel oder einem Tanz zu dritt. Das entspannt und stimmt auf besonders schöne Art auf das Kind ein.

Je schwerer der Bauch wird, um so mehr Ausgleichsarbeit hat der Rücken zu leisten und um so mehr haben die Beine zu tragen. Deshalb ist es wichtig, den Körper zu entlasten und ihm nicht noch Zusätzliches (beispielsweise durch schweres Tragen und hohe Absätze) abzuverlangen. Mit der Katzenbuckel-Übung können Sie Ihren Rücken regelmäßig entspannen und kräftigen: Knien Sie sich hin und stützen Sie sich mit den Händen auf. Die Knie sind leicht geöffnet, die Arme senkrecht, die Ellenbogen nicht ganz durchgedrückt. Machen Sie zuerst einen runden Rücken. Danach drücken Sie den Rücken sanft zum Hohlkreuz durch. – Rollen und Kreisen der Schultern entspannt ebenfalls die Rückenmuskulatur. Bei Rückenschmerzen hilft es auch, die Schultern abwechselnd hochzuziehen und fallenzulassen.

Einige weitere Dinge helfen dem Rücken zusätzlich:

  • Wenn Sie beim Sitzen die Beine spreizen und die Arme auf der Tischplatte abstützen, bleibt der Rücken gerade und wird entlastet.
  • Eine gute Matratze ist wichtig, denn die Wirbelsäule muss richtig gestützt werden. Wenn Sie auf der Seite liegen, dann schieben Sie sich ein Kissen unter das obere Knie, um den Rücken zusätzlich zu entlasten.
  • Ein warmes Bad mit durchblutungsfördernden Zusätzen (wie Rosmarin, Thymian, Santolin, Majoran) kann Wunder wirken. Achten Sie darauf, dass das Wasser nicht mehr als 37° C hat, und bleiben Sie nicht länger als 15 Minuten in der Wanne.

Krampfadern bekommen meist Frauen mit angeborener Bindegewebsschwäche. Sie können aber einiges tun, um Krampfadern nicht noch zu fördern:

  • Schlagen Sie die Beine beim Sitzen nicht übereinander, vermeiden Sie langes Stehen und legen Sie – sooft es geht – die Füße hoch.
  • Spielen Sie im Sitzen immer wieder „Fußwippe“: Heben Sie abwechselnd beide Beine durchgestreckt an, und winken Sie wippend mit dem Fuß.
  • Brausen Sie morgens die Waden kühl ab. Sie sollten nicht heiß baden oder in die Sauna gehen.
  • Tragen Sie möglichst Stützstrümpfe beziehungsweise –strumpfhosen.

Geburtsvorbereitungskurse werden von Kliniken, Gemeinden, Gesundheitszentren und anderen Einrichtungen, aber auch von freien Hebammen angeboten. Dabei geht es meistens nicht nur um Entspannungs- und Atemübungen zur Bewältigung der Geburtsschmerzen, sondern auch um die psychischen Vorgänge vor, während und nach der Geburt. Für viele Männer ist es ein Gewinn, wenn auch sie Geburtsvorbereitungs- und Babypflegekurse besuchen und erleben, wie stark sie ihre Partnerin bei der Geburt und der Pflege des Babys unterstützen können. Es gibt heute vielfältige Möglichkeiten, die Geburt des eigenen Kindes nach den individuellen Bedürfnissen und Wünschen zu gestalten. Sie können sich schon vor der Geburt informieren, die unterschiedlichen Kliniken besuchen und auch für die Zeit im Wochenbett vorsorgen.

Der Schutz von Mutter und Ungeborenem hat auch im Berufsleben Vorrang. Wenn eine Frau körperlich anstrengende Arbeiten oder Nachtarbeit (20 Uhr bis 6 Uhr) zu leisten hat, kann sie von ihrem Arbeitgeber verlangen, dass er ihr eine weniger belastende Tätigkeit zuweist. Sechs Wochen vor und acht Wochen nach der Entbindung (12 Wochen nach einer Frühgeburt) darf eine Frau gar nicht beschäftigt werden. Überwacht wird diese Regelung vom Gewerbeaufsichtsamt. Wer fest angestellt und selbst Mitglied in einer gesetzlichen Krankenkasse ist, erhält während der Mutterschutzfrist von der Krankenkasse Mutterschaftsgeld und hat Anspruch auf den Arbeitgeberzuschuss. Erkundigen Sie sich bei Familienberatungsstellen und Ihrer Krankenkasse.

Im Anschluss an die Mutterschutzfrist beginnt der Erziehungsurlaub. Bis das Kind drei Jahre alt ist, darf in Deutschland entweder der Vater oder die Mutter zu Hause bleiben, ohne dass der Arbeitsplatz verlorengeht. Der Arbeitgeber muss jedoch mindestens vier Wochen vorher unterrichtet werden. Diese Rechte stehen auch unverheirateten Eltern zu.

1 Kommentar zu “Schwangerschaft – Die letzten Wochen vor der Geburt”

  1. Hermann sagt:

    Ich kann euch nur empfehlen mal unter den seiten www.fruehchenforum.com oder www.fruehchen-info.at reinzuschauen. Hier erfährt man echt alles was man wissen will und man kann so einige gute tipps von anderen übernehmen.
    Natürlich ist es auch erwünscht anderen person zu helfen.

    Liebe Grüße
    Hermann

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