Piercings bei Jugendlichen – muss das sein?

Bereits seit mehreren Jahren findet man ein bestimmtes modisches Phänomen unter Jugendlichen erstaunlich – oder abschreckend? – häufig: Piercings. Das sind kleine Metallstäbchen, -stecker oder -ringe, die unter der Haut hindurch gestochen werden. Im Prinzip funktionieren Piercings nicht anders als Ohrringe. Manche sind mit kleinen Kugel, Glitzersteinchen oder Anhängern verziert, einige sind dezent, andere auffällig. Auf jeden Fall scheiden sich an diesem Schmuck die Geister.

Viele Jugendliche, die sich piercen lassen wollen, bedenken nicht, dass durch das Piercen eine richtige Wunde entsteht, die Pflege braucht und gewisse Risiken birgt. Aber wenn man sich sorgfältig informiert und gewissenhaft einen ordentlich ausgebildeten und sauber arbeitenden Piercer aussucht, kann eigentlich nicht viel passieren.

Die meisten Erwachsenen sind dagegen, dass ihre Kinder sich piercen lassen. Bis zum Alter von 16 Jahren ist allerdings die Zustimmung der Eltern Voraussetzung dafür, dass die Kinder ihr Piercing bekommen. Allerdings gibt es eine Reihe von Leuten, die sich nicht um diese Vorschrift kümmern. Wer also nicht möchte, dass die eigenen Kinder sich solchen Leuten anvertrauen, der sollte überlegen, sich auf einen Kompromiss einzulassen. In der Pubertät finden die eigenen Kinder sowieso genügend Wege, ihre Eltern zu ärgern, wieso sollte man da nicht darauf hinwirken, mit ihnen gemeinsam eine Lösung zu finden, die nicht gesundheitsbedrohlich ist?

Die meisten Piercer arbeiten parallel als Tättowierer. Bei beiden Bereichen ist Hygiene oberstes Gebot. Deswegen ist es wichtig, dass man sich das Piercingstudio sorgfältig aussucht. Ein klärendes Gespräch vorab kann bei der Entscheidung durchaus hilfreich sein.

Darüber hinaus sollte man – unabhängig von der eigenen Meinung, was Piercings betrifft – überlegen, ob ein Piercing an einer sichtbaren Stelle vielleicht später im Berufsleben Probleme mit sich bringt. In vielen Berufen mit Kundenkontakt werden Piercings im Gesicht nicht toleriert – egal, ob an der Augenbraue, in der Nase oder an der Lippe. Auch Zungenpiercings werden häufig argwöhnisch betrachtet, außerdem können sie die Sprache beeinträchtigen und sogar die Schneidezähne beschädigen. Bauchnabelpiercings hingegen sind in den meisten Berufen kein Problem, man kann sie leicht unter der Kleidung verbergen, und mit der Hygiene gibt es gemeinhin auch keine Probleme.

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