Kinder müssen lernen, Konflikte selber zu lösen
Geschwisterstreit ist allen Eltern, die mehr als ein Kind haben, wohlbekannt. Jedes Kind für sich ist ein Individuum, das auch immer um die Anerkennung der Eltern buhlt. Bei Streit unter Geschwistern spielt auch immer die Eifersucht eine große Rolle; jedes Kind schaut genau darauf, ob seine Schwester oder sein Bruder nicht womöglich mehr bekommt als es selbst. Dabei ist egal, ob es um materielle Werte geht oder um Fürsorge. Und für Eltern ist es wirklich sehr schwer, die Kinder immer genau gleich zu behandeln und in Streitfällen zu vermitteln, ohne für das eine oder andere Kind Partei zu ergreifen. Auf die ganze Kindheit gesehen, bekommen alle Kinder das gleiche Maß an Liebe, Geborgenheit und auch an materiellen Werten. Leider ist es nur fast unmöglich einem Kind klar zu machen, dass mal der Eine, mal der Andere eher bevorzugt behandelt wird, dass sich das aber im Endeffekt ausgleicht.
Aber Eifersucht ist nicht der einzige Grund für Geschwisterstreit. Streit unter Geschwister gibt es genauso wie es auch Streit unter Freunden oder Paaren gibt – überall wo Menschen zusammen sind, gibt es Konflikte, die nach einer Lösung suchen. Sei es, dass mehrere Kinder das gleiche Spielzeug haben möchten, dass der eine etwas sagt, was den anderen verletzt, dass einfach verschiedene Meinungen vertreten werden – ganz normale Konfliktsituationen halt, wie sie auch im Erwachsenenleben immer wieder vorkommen. Bei Geschwisterstreit ist nur das Problem, dass Kinder es noch nicht gelernt haben, konstruktiv Konflikte zu lösen, sondern, dass sie anfangen zu streiten und in den Eltern dann gerne einen Schiedsrichter suchen. Das ist für Eltern natürlich sehr schwer; einerseits möchten sie, dass ihre Kinder lernen mit Konfliktsituationen umzugehen und sie können und wollen auch in Streitfällen für keines der Kinder Partei ergreifen, andererseits nervt ewige Streiterei im Kinderzimmer natürlich die ganze Familie ganz enorm, so dass sich Eltern meistens doch irgendwann gezwungen sehen, den Streitschlichter zu spielen. Viele Eltern haben aber auch die Erfahrung gemacht, dass viele Kinder durchaus in der Lage sind, ihre Konflikte selbst zu lösen, wenn sie dazu gezwungen sind. Dazu gezwungen sind sie dann, wenn sie niemanden haben, der Schiedsrichter spielt, wenn die Eltern sich nicht in de Streitigkeiten hineinziehen lassen. Wenn keiner der Streithähne die Möglichkeit hat, sich bei den Eltern über den anderen zu beschweren, wenn die Kinder sehen, dass die Eltern ihnen zutrauen, ihre Probleme selbst anzugehen und nicht daran denken, Partei für eine Seite zu ergreifen, dann ufern viele der Streitigkeiten nicht so aus.
Selbstverständlich gibt es immer Situationen, in denen die Eltern eingreifen müssen, nämlich dann, wenn die Gefahr besteht, dass die Kinder sich verletzen, oder wenn ein Kind immer wieder von dem anderen unterdrückt oder schlechtgemacht wird.
Aber bei ganz normalen Streitereien sollten die Eltern doch versuchen, die Kinder dazu zu bringen, dass sie selbst Lösungen suchen.
Das ist ja ein sehr wichtiges Problem! Ich habe zwei Kinder, zwei süße Mädchen, 5 und 1 Jahre alt! Die Größere neidet ihrer Schwester Achtung manchmal, weil sie noch ein Baby ist und natürlich braucht mehr Sorgen. Ich meine, dass wir in Zukunft solche Probleme haben. Hoffe aber, dass wir das Problem vermeiden können!