Hochbegabung bei Kindern erkennen und fördern

Gut 300.000 Kinder in Deutschland gelten als hochbegabt. Übersetzt auf eine Gesamtbevölkerung ist bei etwa 2 Prozent der Bevölkerung von einer Hochbegabung auszugehen. Hochbegabungen werden bei weitem nicht immer entdeckt und oft nur in Einzelfällen gefördert.
Voraussetzung für Hochbegabung ist ein Intelligenzquotient (IQ) von über 130. Im Vergleich dazu liegen ca. 80 Prozent der Menschen bei einem IQ von 85-115.

Eine mögliche Hochbegabung ist nicht immer leicht zu erkennen. Einige Merkmale sind jedoch charakteristisch. Hochbegabte Kindern sind in vielen Entwicklungsbereichen weiter, als andere gleich alte Kinder. Häufig können sie früher sprechen oder laufen. Viele haben sich bis zur Einschulung selbst das Lesen, Schreiben oder Rechnen beigebracht. Ihre Sprache ist sehr komplex, der Wortschatz erheblich größer, als bei gleichaltrigen Kindern. Manche komponieren Musik, andere sprechen mehrere Fremdsprachen fließend. Hochbegabte Kinder sind sehr wissbegierig und stellen komplexe Fragen, die weit hinaus gehen über das, was an Fragen altersgemäß üblich ist. Häufig ertragen sie keinen Lärm, sind lieber für sich, als mit anderen Kindern zusammen, sind ungeduldig mit jenen, die ihnen nicht folgen können und setzen sich selbst oft unter Druck. Zuweilen wirken hochbegabte Kinder überheblich oder arrogant, weil sie alles besser zu wissen scheinen. Ihr Denken ist sehr flexibel, sie entwickeln häufig neue und ungewöhnliche Ideen. Das Faktenwissen ist in der Regel groß und sehr detailliert. Bei selbst gestellten Aufgaben weisen sie ein enormes Konzentrationsvermögen auf und sind äußerst kreativ bei der Problemlösung.


Um bestimmen zu können, ob eine Hochbegabung vorliegt, benötigt man die so genannte psychologische Testdiagnostik. Neben einem umfangreichen IQ-Test erfolgt eine gezielte Begabungsdiagnose, die nicht nur die kognitiven Fähigkeiten (wie beim IQ-Test) erfasst, sondern darüber hinaus auch die motivationale und emotionale Persönlichkeitsstruktur, sowie wesentliche Sozialisationsfaktoren.

Es ist wichtig, hochbegabte Kinder zu fördern, damit sie auf Grund der konstanten intellektuellen Unterforderung nicht permanent frustriert werden.
Die Möglichkeiten und damit verbundene Angebote sind vielfältig. Viele Schulen bieten für hochbegabte Kinder ein erweitertes Unterrichtsangebot, sowie Kleingruppenarbeit mit weiteren Hochbegabten. Im Alltag sollte das Interessenspektrum erweitert werden und damit verbunden die Möglichkeit geboten, an Interessen gezielt dran zu bleiben, zum Beispiel durch bestimmte Projekte oder Vereine/Clubs. Des Weiteren gibt es so genannte Enrichmentprogramme: außerschulische Förder- und Ergänzungsangebote, in denen selbst gestellte Lernvorhaben umgesetzt werden können. Diese Angebote sind konzipiert wie Arbeitsgemeinschaften, in denen Themenstellungen aus dem Spektrum Mathematik-Naturwissenschaften, Sprachen oder Gesellschaftswissenschaften von den Kindern, bzw. Jugendlichen erarbeitet werden. Die Teilnahme ist grundsätzlich freiwillig, und in aller Regel werden die Angebote sehr begeistert und gerne wahrgenommen.
Darüber hinaus werden in vielen Bundesländern Wettbewerbe angeboten, die im gezielten Leistungsvergleich helfen, die eigene Selbsteinschätzung zu erproben.
Hinsichtlich der schulischen Ausbildung besteht die Möglichkeit einer früheren Einschulung, dem Überspringen von Klassen sowie einem vorzeitigen Verlassen der Schule, weil der Lernstoff schneller bewältigt werden kann.


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