Hilfe bei der Berufswahl

Es gibt eine Vielzahl an verschiedenen konkreten Hilfen bei der Wahl des Berufes. Häufig haben Jugendliche schon konkrete Vorstellungen darüber, welche Tätigkeiten sie interessieren und welche Bereiche für sie im Gegensatz dazu gar nicht in Frage kommen. Es wird hierbei vor allem darum gehen, Interessengebiete, Neigungen und Fähigkeiten unter einen Hut zu bekommen und die Berufsausbildungen heraus zu finden, die damit, sowie mit dem konkreten schulischen Abschluss übereinstimmen. Andere junge Menschen wissen bereits genau, welchen Beruf sie gerne erlernen möchten und benötigen in erster Linie noch eine gezielte Unterstützung bei der Suche nach einem entsprechenden Ausbildungsplatz. Darüber hinaus gibt es auch viele Jugendliche, die noch sehr wenig Vorstellungen darüber haben, in welche Richtung sie sich beruflich entwickeln möchten.


Um eine grundsätzliche Orientierung über die verschiedenen Berufsfelder zu bekommen, bietet die Agentur für Arbeit eine umfassende Berufsberatung an. Sie besucht dazu Schulen und führt individuelle Klassenveranstaltungen durch, die dazu gedacht sind, Jugendliche so frühzeitig wie möglich darüber zu informieren, welche Chancen und Möglichkeiten ihnen der Ausbildungsmarkt bietet, welche Tätigkeitsfelder zu welchen Berufen gehören und wie sie sich bei konkreten Arbeitsstätten selbst ein Bild machen können (zum Beispiel in Form von Schnuppertagen und Praktika). Weiterhin gibt es Informationen über die unterschiedlichen Bildungswege und die jeweiligen universitären Angebote. Darüber hinaus erfahren die Jugendlichen, welche Förderungsmöglichkeiten es gibt und welche Unterstützung sie durch eine persönliche Berufsberatung erfahren können. Bei diesen Klassenveranstaltungen, die vorab mit den Lehrerinnen und Lehrern intensiv vorbereitet werden, haben die Jugendlichen die Möglichkeit Fragen zu stellen und so noch gezielter Informationen zu erhalten. Bei sehr spezifischen Fragen besteht das Angebot, eine individuelle Schülersprechstunde in den Räumen der Agentur für Arbeit zu besuchen. Zusätzlich können Termine für die ganze Klasse im Berufsinformationszentrum vereinbart werden, dessen zahlreiche mediale Informationsquellen rund um die Ausbildung, das Studium und den Beruf den Jugendlichen im Detail vorgestellt wird.

Des Weiteren bietet die Agentur für Arbeit Elternabende an den Schulen an, die dazu gedacht sind, über Fördermöglichkeiten, konkrete Bildungswege und die aktuelle Lage auf dem Ausbildungsmarkt zu informieren. Die Eltern haben ebenfalls die Möglichkeit, Rückfragen zu stellen und erfahren, wie sie ihre Kinder ganz gezielt unterstützen können.


Um grundsätzlich heraus zu finden, welcher Beruf möglicherweise zu einem passt, gibt es Tests zur Berufswahl und zur beruflichen Neigung. Sie helfen dabei, eigenen Stärken und Begabungen heraus zu filtern und dazu geeignete Berufe aufzuzeigen. Diese Tests sind Bestandteil der Berufsberatung und werden von der Agentur für Arbeit angeboten.

Die meisten Schulen bieten in einem der letzten Schuljahre die Möglichkeit zu einem so genannten Betriebspraktikum. Für einen Zeitraum von drei Wochen gewinnen die Schülerinnen und Schüler einen kleinen Einblick in die Arbeitswelt und sind damit hinsichtlich der Entscheidungsfindung für den eigenen Beruf einen kleinen Schritt weiter. Das Betriebspraktikum gehört in den Unterrichtsbereich der Berufswahlfindung und findet üblicherweise im Sinne der vorbereitenden Planung in den Unterrichtsfächern Deutsch oder Politik statt.

1 Kommentar zu “Hilfe bei der Berufswahl”

  1. Kathrin Froböse sagt:

    In unserer Gesellschaft ist eine berufliche Karriere das Wichtigste. Ohne strebsame Zielverfolgung gilt der Mensch als faul, nicht nur ziellos. Es wird als schlechte Charaktereigenschaft gesehen. Diese Zielstrebigkeit fällt Jugendlichen oftmals schwer, aufgrund der momentan schlechten Lage des Arbeitsmarktes. Sie haben keine Zukunftsperspektive, und daher keine Motivation, sich um ihre berufliche Zukunft Gedanken zu machen und Zeit zu investieren. Es scheint sinnlos, da kaum eine Aussicht auf einen Ausbildungsplatz oder gar auf einen Wunscharbeitsplatz besteht.
    Doch müssen die Jugendlichen aufgeklärt werden, da die Illusion in den Köpfen besteht, dass der “Sozialstaat” sich schon um alles kümmert. Diese Einstellung und Fehlinformation, dass es sich auf Staatskosten gut leben lässt, gilt es grade zu rücken. Nur für das Nötigste kommt der Staat auf.
    Der Standard der Jugendlichen wird oft nicht aufrecht gehalten werden können. Das muss ihnen bewusst werden.
    Jugendliche sind “Opfer” der eigenen Freiheit der Möglichkeiten zur Individualisierung und Selbstverwirklichung. Sie erfahren selten Halt und Unterstützung.
    Eltern müssen mit in die Aufklärungsarbeit einbezogen werden, um die Jugend wirksam zu leiten. Jugendliche müssen Stabilität und Sicherheit erfahren, dann ergibt sich der Rest oft von selbst.
    Druck und Stress bringen bei der “Berufswahl” nichts. Sie machen dicht. Gemeinsam muss Aufklärungsarbeit, klar verständlich und so das sich die Jugend ihr nicht entziehen kann, betrieben werden. Nicht nervig und uninteressant, wie sie es meist empfinden.

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