Auslandsadoption

Besonders in den Entwicklungsländern leben Familien und somit auch viele Kinder in Not. Es fehlt ihnen an allem. Auch die lebensnotwendigen Dinge sind rar und Mangelware. Manche Familien sind dort darauf angewiesen ihre Kinder wegzugeben, um überleben zu können. Sie verkaufen sie nicht ausschließlich, doch können sie es sich finanziell häufig nicht erlauben alle Kinder durchzubringen. Das scheint das Glück der deutschen Adoptiveltern zu sein, welche einen besonderen Kindertyp bevorzugen. Es erinnert etwas an das bestellen eines Kindes aus dem Katalog. Ein Kind wird nach seiner Herkunft beurteilt und wegen seiner Hautfarbe beispielsweise bevorzugt aufgenommen oder abgelehnt. Wo bleiben hierbei die moralischen Werte? Ein Mensch wird auf einen klitzekleines Merkmal seiner Person reduziert. Die Charaktereigenschaften und somit die Person an sich wird nachrangig hinten angestellt bzw. regelrecht übergangen. Die Gefahr besteht hierbei, dass die Eltern in einer Traumwelt leben, was die Ausgestaltung ihres familiären Lebens angeht. Nur weil äußerlich alles schön und gut scheint, heißt es nicht, dass emotional die Adoption Früchte trägt.

Die Situation in der die Kinder aus dem Ausland zuvor lebten ist oftmals für Deutsche nicht nachvollziehbar. Die Kultur und Religion ist ein Buch mit sieben Siegeln. Sollte ein Kind solch einer Umstellung aller Lebensbedingungen ausgesetzt werden? Ein Mensch wird wie Knete versucht in eine neue und ihm völlig fremde Form zu bringen. Doch ein menschliches Wesen ist kein Rohmaterial, welches nach Wünschen und Vorstellungen verändert werden kann. Eine Anpassung an die Umwelt ist nur bedingt möglich und um so schwerer, je älter das Kind ist. Mit steigendem Alter verfestigt sich das Bild der Welt in den Kinderköpfen, welche sie erleben dürfen. Dieses so genannte Weltbild darf und kann nicht einfach umgeworfen werden. Wenn sich alles schlagartig verändert, was in der Vergangenheit richtig und gut war besteht die Gefahr, dass das Kind unsicher in seiner Person wird. Es hat keinen Halt. Es gilt diese Kinder so behutsam, wie nur irgendwie möglich, an die neuen Begebenheiten zu gewöhnen und sie nicht ins kalte Wasser fallen zu lassen. Eine Kinderseele sollte ja nicht zerstört werden, sondern durch eine Auslandsadoption eher gerettet. Viele Eltern haben somit das Gefühl der Welt eine karikative Hilfe gegeben zu haben. Doch sollte dies nicht der einzige Grund sein. Es sollte um das Kind gehen und nicht um soziale Werte und das Ansehen in der Gesellschaft. Ein Weg wäre es ansonsten auch teilweise, die Familien im Ausland finanziell zu unterstützen, dass sie ihre Kinder nicht weggeben müssen. Auch wenn diesen Aspekt viele Adoptiveltern einer Auslandadoption ausblenden. Meist gibt es nicht nur einen Weg gutes für die Menschheit zu tun. Da sucht man sich scheinbar den angenehmsten aus und verdrängt die anderen Möglichkeiten. Andererseits gibt es auch Kinder, welche in ihrer Herkunftsfamilie unter so schlimmen Verhältnissen leben, dass es nur durch eine Herausnahme der Kinder möglich ist ihnen eine Zukunft zu ermöglichen. Nicht nur die äußeren Einflüsse denen die Familie allgemein unterliegt sind ausschlaggebend, auch innerhalb der Familie gibt es Bedingungen, welche ein Leben nicht lebenswert machen, wie zum Beispiel jegliche Art von Kindesmisshandlung.

Die Züchtigung von Kindern wird in manchen Ländern heut zu Tage immer noch als ganz normal erachtet und demnach auch ausgiebig praktiziert. Um diesem Verhalten der Bevölkerung entgegenzusteuern, ist der wirkungsvollste Weg, dass Retten der Kinder aus dieser Situation an verschobenen bzw. veralteten Vorstellungen von Werten und Normen. Die globale Verbreitung deutscher Standards der Kindererziehung wird angestrebt. Das ist oftmals für die leiblichen Eltern nicht nachzuvollziehen und auch für die betroffenen Parteien in ihrer gewaltigen Auswirkung auf das Kind kaum zu erfassen. Eine Auslandsadoption ist ein Eingriff in die Kultur und Struktur eines Landes. Sie hat demnach starke Auswirkungen auf alle Beteiligten und die gesamte Bevölkerung bzw. die bestehenden Werte und Normen des betroffenen Landes.

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